Impressum | Datenschutz

< Damen 1: Knappe und bittere Niederlage gegen Königshofen trotz guter Aufholjagd zum Ende
12.04.2018 11:12 Alter: 223 days
Kategorie: Jugend wA

Kreismeisterschaft weibliche A-Jugend: Durchwachsen, aber wenn’s drauf ankommt…


„Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss“ – hatte bereits vor vielen Jahren ein bekannter Fußballer gesagt und ist auch heute noch ein beliebter Spruch für das klassische Minimalprinzip. Ein Zitat, welches äußerst passend für den Saisonverlauf unserer weiblichen A-Jugend war und leider oftmals auch eins zu eins so umgesetzt wurde.

Gerne holen wir hier ein wenig weiter aus.

Nachdem Anfang 2017 feststand, dass wir in der Saison 2017/2018 keine weibliche B-Jugend melden können, haben wir uns dazu entschlossen für die neue Runde eine junge A-Jugend-Truppe ins Rennen zu schicken. Bei vier altersgemäßen A-Jugendspielerinnen und sieben B-Jugendspielerinnen haben wir dabei bewusst auf die Teilnahme an Qualifikationsspielen verzichtet. Unabhängig von der Spielklasse sollte deshalb die individuelle Verbesserung der Spielerinnen im Vordergrund stehen.

Die ersten Trainingswochen vergingen und unser erstes Rasenturnier bei der TG Eggenstein stand vor der Tür. Durch einige Missverständnisse bei der Anmeldung starteten wir als B-Jugend, was jedoch kein Problem darstellte, da wir ohnehin nur eine „echte“ A-Jugendspielerin dabei hatten.
Nach anfänglicher Punktegleichheit konnten wir den Turniersieg im direkten Vergleich mit genau einem Tor Vorsprung holen. Diesen Sieg mussten wir Trainer selbstverständlich mit zweierlei Maß beurteilen und wirklich zufriedenstellend war dieser auch nicht. Unser eigenes Turnier in Neureut ist leider auf Grund der schlechten Wetterverhältnisse wortwörtlich ins Wasser gefallen.

Über die Sommermonate hinweg trainierten wir, mangels Hallenkapazität, regelmäßig auf unserem Beachplatz. Spiel und Spaß stand hier an oberster Stelle und auch der Handball selbst wurde nur selten benutzt. Für uns Trainer war dies natürlich alles andere als eine gute Vorbereitung für die Runde,  jedoch versuchten wir natürlich das Beste daraus zu machen.

Nach dieser holprigen Saisonvorbereitung mit einer Anwesenheitsquote von knapp 60%, sollte die neue Runde nun endlich starten.  Die folgenden Kurzberichte spiegeln nun die vergangenen Spiele wieder.

#1: TGN  –  SG KnEgg 2 24:12 (10:5) – Ersatzgeschwächt aber dennoch stark genug!

Eine konstante Abwehrleistung und eine gut aufgelegte Leoni im Tor ermöglichten den ersten deutlichen Saisonsieg. Über weite Strecken des Spiels konnten die Mädels die Vorgaben erfüllen, jede durfte sich in Torschützenliste eintragen und die ersten zwei Punkte blieben verdient in Neureut.

#2: WSG Krai-Hardt  –  TGN  17:21 (10:12) – Ich und mein Harz, Taktik der Saison

Mit ungewohnt klebrigem Spielgerät stand uns im zweiten Saisonspiel ein ganz anderes Kaliber gegenüber. Die Badenliga-Reserve machte uns lange das Leben schwer und es folgte die Geburtsstunde von Trainer’s Lieblingstaktik „Rechtsaußen wirft“. Ziel war es, der Rechtsaußenspielerin des Gegners eine völlig überraschend gute Wurfposition zu ermöglichen, wodurch wiederum unsere Torfrau gezielt in Szene gesetzt werden konnte. Diese Taktik funktionierte bis zum Ende des Spiels einwandfrei und war mit ausschlaggebend für die nächsten zwei Punkte.

#3: MTV Karlsruhe  –  TGN  16:23 (2:13) – „Two Face“, nicht nur in Gotham City eine Plage

Wie der Titel schon sagt, haben wir im dritten Saisonspiel nicht nur die Schokoladenseite unserer Mädels zu Gesicht bekommen. Die Erste Halbzeit war sensationell in allen Belangen und spielerisch waren wir unserem Gegner fünf Schritte voraus. Die Pausenansprache fiel dementsprechend gelassen und auf Fortführung der gezeigten Leistung bedacht aus. In Halbzeit zwei kam dann unsere Schattenseite zum Vorschein und wie paralysiert ließ man dem Gegner nun viel zu viel Spielraum. Der Sieg selbst war zwar nie gefährdet, aber dennoch gab uns die zweite Hälfte 14 gute Gründe unzufrieden zu sein.

#4 und #10: TGN  –  JSG Goldstadt 24:9 (10:7) – Gesamtpaket stimmt, trotzdem keine Punkte

Lange Rede kurzer Sinn. Das Hinspiel konnten wir sehr deutlich für uns entscheiden. Bemerkenswert war sowohl die Angriffs- als auch Abwehrleistung in der zweiten Halbzeit. Hier haben die Mädels sehr gut an die erste Halbzeit gegen den MTV anknüpfen können.

Leider wurde die Mannschaft von Goldstadt gegen Ende der Runde zurückgezogen, wodurch das Hinspiel nicht mehr in die Wertung einfloss und das Rückspiel gar nicht erst stattfand.

#5: FV Leopoldshafen  –  TGN  19:25 (12:9) – Wir woll’n doch nur spielen…

… dachten sich die Neureuter Mädels im Beisein von Interimscoach Janine Angermann. Mit einem eher mäßigen Start und vielen vermeintlichen Fehlern stand es nach knapp 20 Minuten 8:5 für Leopoldshafen. Die sicher verwandelten 7m von Lilly verhinderten hierbei Schlimmeres und hielten den Rückstand überschaubar. Vermutlich hat Janine die richtigen Worte in der Halbzeitpause gefunden, denn in der zweiten Hälfte herrschte plötzlich ein ganz anderer Wind. Sicheres Zusammenspiel, eine gute Abwehr und konsequente Abschlüsse sorgten für weitere zwei Punkte auf der Habenseite.

#6: TGN  –  TSV Rintheim  29:10 (13:3) – Tore, Taktik und Traumstart

Einen besseren Start hätte man in diesem Spiel nicht hinlegen können. Mit 6:0 nach knapp 10 Minuten konnten wir durchaus zufrieden sein. Doch da ging noch mehr und so steigerten sich unsere Mädels von Minute zu Minute. Der Halbzeitstand von 13:3 war äußerst schmeichelhaft, da wir noch etliche Großchancen liegen gelassen hatten. Wer jetzt denkt „Neureut hat doch schon einmal so hoch geführt und die zweite Halbzeit vermasselt“ sollte eines Besseren belehrt werden. Nicht ganz 30 Tore sollten es für uns sein und bescheidene 10 Tore für Rintheim. Endlich mal ein Spiel ordentlich heruntergespielt und eine Leistung mit der wir Trainer zufrieden sein konnten.

#7: TGN  –  WSG Krai-Hardt 0:0 (0:0) – Keine Tore aber auch keine Punkte

Das erste Rückrundenspiel wurde auf Anfrage von Hardt auf Ende Dezember 2017 verlegt. Leider mussten wir dieses Spiel krankheitsbeding kurzfristig absagen. Dies hatte zur Folge, dass Hardt die zwei Punkte am „Grünen Tisch“ frei Haus ohne Versandkosten und Wartezeit erhielt. Hier haben wir Lehrgeld bezahlt und in Zukunft müssen wir in solchen Situationen wohl cleverer agieren.

#8: SG KnEgg 2  –  TGN  11:32 (4:15) – Wenn Handball zur Nebensache wird

Nach den „verschenkten“ zwei Punkten aus dem vergangenen Spiel hieß es nun volle Konzentration. Auf dem Papier war die Rollenverteilung klar. Nach den jüngsten tragischen Ereignissen auf Eggensteiner Seite waren unsere Mädels allerdings angeleitet, mit Bedacht zu agieren. Trotzdem waren wir nicht hier um erneut Punkte zu verschenken. Das Resultat spricht für sich und auch wenn es das bis dahin beste Ergebnis der Saison war, fiel die Freude über den Sieg recht verhalten aus. Im Nachhinein müssen wir unseren Respekt vor einer tollen Eggensteiner Mannschaft zollen, die in solch einer schwierigen Situation nie den Kopf hängen gelassen und trotz des hohen Rückstands bis zum Schluss gekämpft hat.

#9: TGN  –  MTV Karlsruhe 26:26 (13:15) – Ein Punkt gewonnen, oder verloren?

Mit einem Sieg gegen den MTV hätten wir einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft machen können. Leider kam es ganz anders als erwartet. Im Hinspiel hatten wir die erste Halbzeit noch sehr deutlich dominiert. Nun gerieten unsere Mädels nach einem 6:6 mit 6:9 in Rückstand. Mangelnde Disziplin und auch viele fahrlässig vergebene Chancen vor dem gegnerischen Tor waren der Grund für den Halbzeitstand von 13:15. Der zweite Durchgang verlief beinahe genauso. Bis zur 56. Minute rannten wir diesem 2/3-Tore Rückstand hinterher und die erste Saisonniederlage klopfte schon an die Tür. Erst in Minute 58 konnten wir zum 25:25 ausgleichen und bei Minute 59:54 erzielten wir sogar den Führungsstreffer. Exakt bei 59:59 glich der MTV jedoch erneut aus und der erste reguläre Punkteverlust stand somit fest. Ein Sieg wäre hier vermutlich nicht verdient gewesen, auch wenn man über die letzte Anwurfausführung sicherlich diskutieren könnte. Allerdings hatten wir uns selbst erst in diese Lage gebracht und dies galt es nun in aller Deutlichkeit zu hinterfragen.

#11: TGN  –  FV Leopoldshafen 20:13 (11:7) – Die Tabellenspitze zum Greifen nah

Im vorletzten Spiel musste nun eine ordentliche Leistungssteigerung her. Die Mädels vom MTV hatten alle ihre Spiele absolviert und waren zwischenzeitlich auf Platz 1 vorgerückt. Folglich bedeutete dies für uns, dass wir die letzten beiden Spiele gewinnen mussten. Ein sehr guter 5:1 Start ließ erste Zweifler verstummen. Dennoch konnte Leopoldshafen auf 6:5 verkürzen und eine Auszeit war nötig, um unsere Mädels wieder wachzurütteln. Diese schien halbwegs gefruchtet zu haben und langsam stabilisierte sich unsere Abwehr. Auch Leoni im Tor war zu diesem Zeitpunkt und für den Rest des Spiels ein starker Rückhalt. Über den Halbzeitstand von 11:7 setzten wir uns auf 15:7 direkt nach Wiederanpfiff ab und der Bann schien gebrochen. Selbst eine weitere Konzentrationsschwäche gegen Ende der zweiten Halbzeit konnte ohne weitere Probleme gemeistert werden und der nächste Sieg war perfekt.

#12: TSV Rintheim  –  TGN  18:23 (7:12) – Hallo wir sind’s, die Kreismeister aus Neureut

Die Zielgerade vor den Augen und noch einmal 60 Minuten Vollgas. Die Motivation war groß und jede Spielerin wusste was die Uhr geschlagen hatte. Zu Beginn war die Nervosität, ob der möglichen Meisterschaft wohl zu hoch. Kleine Absprachefehler in der Anfangsphase des Spiels und einige Passungenauigkeiten hatten ein 6:6 zur Folge. Die Auszeit der Gäste kam nach 16 Minuten zum richtigen Zeitpunkt, denn nun legten die Neureuter Mädels plötzlich den Schalter um. Die beliebte Taktikfalle „Rechtsaußen wirft“ schlug einige Male zu und schon stand es zur Halbzeit 12:7. Nur noch 30 Minuten von der Meisterschaft entfernt mobilisierten unsere Mädels noch einmal alle Kräfte und setzten sich weiter ab. Nach 51 Minuten stand es 22:14 für uns und der Drops war praktisch gelutscht. Mit diesem Polster im Rücken ließen wir die letzten Minuten eher gemütlich ausklingen. Die Meisterschaft war trotz kleinerer Wehrmutstopfen perfekt und am Abend wurde diese auch ausgiebig gefeiert.

Abschließend sei zu sagen. Egal ob im Training oder in den Spielen, die Voraussetzungen waren nicht immer die besten aber dennoch, …wenn’s drauf ankam haben sie sich zusammengerissen und miteinander alles gegeben. Und: obwohl die meisten unserer Mädels Handball „nur“ als Hobby und Freizeitbeschäftigung sehen ist immer wieder eine gewisse Neigung zum Leistungshandball zu erkennen. Langfristig kann es also nur ein Ziel geben, den Mädchenhandball in Neureut weiter zu fördern und dadurch frühzeitig neue Talente an das Vereinsleben zu binden.

Mit dem Titel im Rücken bleibt nun wenig Zeit zum Verschnaufen. Am 21.04 steht bereits die Badenligaqualifikation an. Mit einem Schnitt von 14 Gegentoren stellte man zwar die beste Abwehr der Liga, allerdings ließ unsere  Angriffsleistung mit knapp 23 Toren pro Spiel oftmals zu wünschen übrig. Die kommenden Trainingseinheiten werden somit zeigen wo die Reise hingeht und mit der einen oder anderen personellen Veränderung ist aktuell alles möglich.

Nina, ich und auch die Vereinsführung sind stolz auf die erbrachte Leistung und gratulieren recht herzlich zum Gewinn der Kreismeisterschaft!!! Wir bedanken uns außerdem noch einmal bei allen Helfern die uns die gesamte Runde über unterstützt haben.

Eure Trainer